Deutschland unter Schock: Horst Köhler tritt zurück!

Ganz Deutschland zittert vor Schock, Passanten wischen sich Tränen aus den Augen, Kinder legen Blumen vor dem Schloss Bellevue nieder: Bundespräsident Horst Köhler ist zurückgetreten. Der Anlass – nichtig: In einem Interview hatte das vom Volke geliebte Staatsoberhaupt nur darauf hingewiesen, dass die Bundeswehr Krieg im Hinblick auf die deutsche „Außenhandelsbilanz“ führt. Daraufhin fletschte die Meute der Parteipolitiker die Zähne und kläffte so lange, bis der sympathische Onkel auf dem Kaiserthron keine Lust mehr hatte und ihnen das Zepter vor die Füße warf. Ratlos schauen sich nun die einheimischen Eliten an: Wer soll in Zukunft dieses höchst Amt ohne Kompetenzen verwalten? Wer kann jetzt noch jene epochalen Sonntagsreden halten, in denen Horst Köhler mutig die Versöhnung von wirtschaftlicher Vernunft und sozialer Gerechtigkeit, die Vermittlung zwischen individueller Verantwortung und gesellschaftlichem Bewusstsein, die Harmonie zwischen Wölfen und Lämmern beschwor? Wo sollen jetzt jene so wichtigen unanstößigen Denkanstöße her kommen, für die der scheidende Bundespräsident auf allen Kirchentagen und Automobilmessen gefeiert wurde? Wer durchschneidet ab sofort die farbigen Bänder bei der Eröffnung von neuen Autobahnabschnitten? Irgend ein anderer halt? Das sagt sich so leicht! Als ob das Amt des Bundespräsidenten einfach durch irgend einen beliebigen Grüßaugust zu besetzen wäre! Nein, das deutsche Volk wird Horst Krause niemals vergessen, ebensowenig die wichtigen … Dinge, die er wo mal gesagt hat. Armes Deutschland! Nur dreißig Tage bleiben, um jemanden aufzutreiben, der diesem Bundespräsidenten an Bedeutungslosigkeit das Wasser reichen kann. Das Feld der Kandidaten ist beinahe unüberschaubar.

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3 Kommentare

  1. ich, köhl köhlensen, habe, obwohl ich einmal finanzstaatssekretär und IWF-chef war, meinem volk nichts über die ursachen von finanzkrise und künstlicher armut gesagt, stattdessen einmal vom „monster des finanzmarktes“ gesprochen, als ginge es um eine fantasygestalt in einem japanischem jugendbuch… weil ich mich dafür sehr schäme, trete ich zurück und schreibe ein buch, das einerseits klartext enthält, mir andererseits aber herrhausens schicksal erspart…

  2. Reichlich böser Kommentar aber absolut zutreffend.
    Jetzt will man wohl die Zensursula auf präsidiale Abstellgleis schieben. Mal sehen, was passiert…

  3. @randOM: sehen wir es doch positiv: dann wäre Zensursula nicht mehr in der Exekutive und müsste auch keinen Wahlkampf mit billigen Tricks mehr machen ;-)

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