Rückblick: Romantik in der Hofmühle

Gestern startete im Museum Hofmühle in Dresden-Plauen das Programm „DresdenRomantik“, das ich zusammen mit der Künstlerin Anke Zeißig ins Leben gerufen habe. Anke war leider kurzfristig erkrankt, ansonsten klappte aber alles wie am Schnürchen.

Ich hatte unter dem Titel „Romantische Literatur in Dresden“ einen Streifzug durch die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts vorbereitet, in dem ich jeweils kleine Ausschnitte von Texten vorstellte, die Schriftsteller aus dem Umfeld der Romantik in oder über Dresden geschrieben haben. Von dem berühmten Treffen der Frühromantiker in der Dresdner Gemäldegalerie im Sommer 1798 über Heinrich von Kleists gescheiterte Dresdner Literaturzeitschrift Phöbus und E.T.A. Hoffmanns Dresdner Tagebuch während der Schlacht um Dresden 1813 bis hin zur Spätromantik mit dem einheimischen „Dresdner Liederkreis“, den Ludwig Tieck in seiner Märchen-Novelle Die Vogelscheuche verspottete.

Erfreulicherweise hatten sich mehr als 30 Zuhörer, teils älteres Publikum, teils Studenten, eingefunden. Abgesehen davon, dass ich das Programm spontan ein wenig kürzen musste, um den Zeitrahmen nicht über Gebühr auszudehnen, funktionierte die Mischung aus Vortrag und Lesung ganz gut und auch zur Zufriedenheit der Zuschauer. Die mitreißenden Kriegstagebücher von Hoffmann und die satirische Novelle von Tieck sind aber auch ein dankbares Material für den Vorleser. Da ich momentan ohnehin mitten in der literarischen Romantik stecke, fiel es auch nicht allzu schwer einige generelle Anmerkungen zur Epoche und Überleitungen zu improvisieren. Glücklicherweise war kein Romantik-Experte da, der mir tiefer auf den Zahn fühlte, im Detail fehlt’s nämlich noch an vielem …

Keine Fremdtexte, sondern Lyrik aus der eigenen Werkstatt wird Stefan Seyfarth bei der zweiten Lesung der Reihe am Donnerstag, den 27. September, ab 19:00 Uhr wieder in der Hofmühle Plauen präsentieren. Der Forstwissenschaftler und Poet ist Jahre lang täglich zum Studium nach Tharandt gefahren und kennt daher den Plauenschen Grund und das Weißeritztal – zwei der romantischen Lieblingsorte in Dresden – wie kaum ein anderer.