Wahlempfehlung (1): Piratenpartei

Am 30. August, so steht es auf meiner Wahlbenachrichtigung, sollen wir schon wieder wählen, diesmal den Sächsischen Landtag. Das nervt. Und es ist leider immer noch nicht die letzte Wahl dieses quälenden Jahres. Am 27. September wird auch der Bundestag gewählt. Daher ab sofort hier für alle politisch Überforderten dringende Wahlempfehlungen, die die Entscheidung erleichtern sollen. Heute: Die Piratenpartei.

Die Piratenpartei ist eine europaweite politische Bewegung junger Männer, die dafür kämpfen, auch in Zukunft ungestört Pornos aus dem Internet herunterladen zu können. Während andere Menschen ihre Zeit mit dem Klimawandel, dem Welthunger und der Sorge um atomare Bedrohungen verschwenden, widmen sie ihre ganze Aufmerksamkeit den beiden Themen Datenschutz und Informationsfreiheit. Ihr Elan erinnert an die Grünen in ihrer Anfangsphase: Auch bei der Piratenpartei finden Kinderfreunde und nationale Heimatschützer eine politische Basis. Ihr erster Bundestagsabgeordneter Jörg Tauss bekämpfte die Kinderpornografie in eigener Faust, indem er als verdeckter Ermittler Kinderpornos bestellte. Zur politischen Ausrichtung der Piratenpartei äußerte der von den Mitgliedern zum stellvertretenden Parteirichter gewählte Bodo Thiesen: „Es hören manche Leute nicht gern. Aber Hitler wollte keinen Krieg. Zumindest nicht mit dem Westen. (Ich glaube aber, generell nicht.)“ Er führte weiterhin aus: „Wenn Polen Deutschland den Krieg erklärt hat (und das hat Polen indirekt durch die Generalmobilmachung), dann hatte Deutschland *jede* Legitimation, Polen anzugreifen. In diesem Fall wäre Deutschland möglicherweise Schuld. Aber dummerweise war da kein Überfall. Polen war Schuld.“  Er fügte hinzu: „Solange der Holocaust als gesetzlich vorgeschriebene Tatsache existiert, sehe ich keine Möglichkeit, diesen neutral zu beschreiben. Zur Erinnerung an vergangene Zeiten. Es gab auch mal andere Doktrinen, z. B. die “Tatsache”, dass die Erde eine Scheibe sei. Diese Doktrin unterscheidet sich von der Holocaust-Doktrin im wesentlichen durch folgende Punkte: 1.) Heute existiert diese Doktrin nicht mehr, daraus folgend konnte 2.) offen darüber diskutiert werden, und Nachforschungen angestellt werden, und daraus folgt 3.) dass festgestellt wurde, dass diese Doktrin schlicht falsch war.“ Und er ergänzte: „Es steht jedem Juden frei, jederzeit Deutschland für immer zu verlassen. Und im Gegensatz zum Dritten Reich dürfen die heute sogar ihr gesamtes Hab und Gut mitnehmen.“

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6 Kommentare

  1. Kannste zu den Zitaten eine Quelle angeben? Würde mir gerne mal den gesamten Bericht (oder Interview) durchlesen.

  2. Nähere Infos und Quellen z.B. unter:

    http://www.fixmbr.de/quo-vadis-piratenpartei/

    http://jungle-world.com/artikel/2009/29/35473.html

    http://www.focus.de/politik/deutschland/holocaust-aeusserung-piraten-fuerchten-um-ansehen_aid_414632.html

    Einen Aufruf von Parteimitgliedern gegen Bodo Thiesen haben 103 Menschen unterzeichnet – und 75 abgelehnt. Argument zumeist: „Ich lehne es ab, mich an der Verfolgung von Gedankenverbrechen zu beteiligen.“ oder „Schluss mit der Hexenjagd!“ oder „Ich bin nicht Pirat geworden um zusehen zu müssen, wie jemand aus der Partei geprügelt wird.“

    http://wiki.piratenpartei.de/2009-07-09_-_Offener_Brief_an_Bodo_Thiesen

  3. Interessanter als Jurks naiven Quatschsatz finde ich die Diskussion darunter. 200 Menschen – viele bekennende Anhänger der Piratenpartei – bestätigen einander wütend, dass die Demokratie in akuter Gefahr ist: „Deutsches Grundgesetz ade. Verfassung, ade. Willkommen in der schleichenden Diktatur.“ Oder am allerschönsten: “Wenn wir gegen das Grundgesetz verstossen, weil wir solche Schwachköpfe wie Herrn Jurk an den Pranger stellen und danach vierteilen, dann nehme ich das in Kauf.” Würde man ihre Stimmchen auch hören, wenn die Demokratie wirklich – und nicht nur virtuell – in Gefahr wäre?

    Jetzt mal unter uns: Ich glaube nicht, dass Thomas Jurk die Diktatur anstrebt.

  4. Ich hab noch ein paar Links zum Thema gefunden.
    Bodo Thiessen: http://www.piratenpartei.de/node/818
    Pädos und Pornofreunde: http://www.piratenpartei.de/node/773 – wobei ich hier einen Satz nicht verstehe: „Die einzigen Reaktionen von SPD und CDU sind Unverständnis und hämische Kommentare.“ Welche hämischen Kommentare meinen die? Vielleicht die Aussage, dass das Löschen nicht ohne weiteres möglich ist? Nun, dazu habe ich einen interessanten Beitrag gefunden. Er betrifft die Lebensdauer von Phishing Seiten im Internet: http://www.antiphishing.org/reports/APWG_GlobalPhishingSurvey2H2008.pdf demnach sind Phishingseiten nach 2-2,5 Tagen down.

  5. Was das hier für ne seite? Noch nie gesehn, und auch das letzte mal hier.
    Komische art und weise sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Aus dem zusammenhang gerissene satzfetzen.
    Schlechte verlinkung. Vorverurteilung der gesamten partei.“..Pädos und Pornofreunde: http://www.piratenpartei.de/node/773..“ Oh mann, gejts noch? dafür könntest glatt ne anzeige riskieren.
    Alleine an dem satz „Die Piratenpartei ist eine europaweite politische Bewegung junger Männer, die dafür kämpfen, auch in Zukunft ungestört Pornos aus dem Internet herunterladen zu können.“ erkennt man wie wenig ahnung der schreiberling hier hat.
    Schade eigentlich, aber wie gesagt, da ich das letzte mal hier bin, interessiert es auch nicht weiter

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