Die Woche des Todes!

Liebe Freunde, es ist wahr: Ich werde langsam verrückt. Ich sitze einmal mehr in der Universitätsbibliothek und höre in Endlosschleife „I’ve told every little star“ aus Mulholland Drive von Lynch. Seit letztem Donnerstag bin ich die ganze Zeit unterwegs, habe gerade ein par Momente gefunden, hier zu rasten, mein Pferd abzubürsten und mir ein Stück Dörrfleisch („Stück Ratte, Everett?“) zu genehmigen. Nun möchte ich rückblickend auf ein paar Veranstaltungen hinweisen. Sollte ein Buchstabe in diesem Text nicht an seinem Platz sein, so denkt euch meine Ungeschicklichkeit im Umgang mit Touchpads. Ständig scheint der Schatten meines Daumens den Mauszeiger zu verschieben. Und irgendwann habe ich dann auch keine Lust mehr.

Am Samstag Abend machte ich im Leipziger Horns Erben die Bekanntschaft mit dem Programm „Lapsuslieder“ des Berliner Musikkabarettisten Marco Tschirpke, der unter anderem mit Sebastian Krämer den Scheinbar Slam in Berlin besingt und aber eben auch eigene Geschichten macht. Toll Toll Toll. Auch wenn das Leipziger Publikum, trotz zahlreichen Erscheinens, lustlos wirkte oder nicht verstand, was dieser schüchterne junge Mann da eigentlich wollte. Tschirpke ist ein Meister des Kurzliedes, bestehend aus 2 oder maximal 4 Zeilen. Er war im Übrigen im Rahmen des hahahaclubs da, eine wunderbare Veranstaltung von Christoph Walter, Kopf und Beine des congenialen Kasparett-Duos Zärtlichkeiten mit Freunden. Leider der letzte hahahaclub für den Moment, da die Zärtlichkeiten (wie ich sie intim nenne) zu viel Rummel haben, eben so echte Berühmtheiten mit Nase hoch, die feinen Pinkel du, nee Quatsch.

Am Sonntag war ich als eigener Künstler zu Gast im Hörsaalzentrum der TU Dresden. Es war eine wunderbare Veranstaltung, die da hieß TU in Szene. Ich hatte einen kleinen Auftritt allein. Bemerkenswert waren: das Publikum (völlig begeistert, Wahnsinn, ich brauchte nur zu atmen, naja fast!) und super andere Beiträge, zu erwähnen hier vor allem Thomas Hof aus Leipzig, der hier Schauspiel studiert und eine szenische Lesung eines Stückes abhielt, in welchem ein junger Mann, der sehr schüchtern ist, auf die Postbotin wartet, die ihm ein Päckchen bringt, was er sich selbst geschickt hat, damit sie es ihm bringt. Toll.

Dann Ralf Herzog, der Pantomime-Gott aus Dräisdn, die Studentenbühne improvisierte eine Stunde lang frisch bis sehr frisch. Zum Ende in noch Regiemé Tinitü aus München, respektive Mainz mit dem Stück „Der Knopfraum“. Sollte euch auf euren Wegen irgendwann dieses Stück über den Weg laufen: Gucken. Staunen. Wüten. Freuen.

Vielen Dank noch einmal für einen schönen Abend, nicht zuletzt den Organisatoren, dem Studentenclub Wu5 (der Wodka war gut). Dann war ich beim Scheinbar-Slam in Berlin, schaffte es nicht, gegen Klötgens Frank mein März-Championat zu verteidigen, durfte aber trotzdem mit den Herren Krämer und Tschirpke Pizza essen gehen.

Gestern Abend war das letzte Mal die große Show Klub Kryptonym: Sparce mit Stargast Victor Kümel. Er kam gut an. Christian Meyer und ich kamen gut an. Alles war schön und jetzt ist es vorbei. Ich habe 5 Minuten damit verbracht, auf der Bühne eine echte Muschel vom mit Pattex zusammengeklebten Sand zu befreien, weil ich dachte, im Bauch der Muschel befände sich eine Perle. Ich bin ein Freak, ohne Frage.

Morgen gehts weiter nach Konstanz, Slam auf einem Schiff. Freitag Regensburg. Samstag fahre ich entspannen ins thüringische Erfurt. Aber wie ich mich kenne, wird sich dort schon auch noch eine Möglichkeit zu lesen ergeben.

Glaubt Gülz!!!