Entdeckte Geistesverwandtschaft (1)

„O ihr Edlen, wenn ihr eine Ahndung davon habt, wie sehr dem Dichter sein Manuskript in der Tasche brennen kann, wenn Ihn Niemand darum befragt, so laut man es auch rascheln hört, wenn ihr selbst jemals gerne vorgelesen habt, o so seid nicht so grausam, mir diesen Genuß zu rauben, und mein poetisch beladenes Herz auszuschütten. Aber vielleicht sind einige von euch in derselben Verfassung.“

 

(aus: Ludwig Tieck, Phantasus)

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3 Kommentare

  1. eh micha, was willst du mir sagen? (Weil: mit Oh Edle fühle ich mich direkt angesprochen.) Soll ich fragen: eh micha, was hastn grade geiles geschrieben? oder bedeutet die Verschlüsselung des Wunsches, daß er nicht erfüllt werden soll?
    (ich war mal bei einem Treffen von brandenburgischen schriftstellerverband, man begrüßte sich mit: „Du, ich habe dein Manuskript gelesen! Toll! Schade, daß es niemand macht!“
    Mich damals gefragt, ob „Guten Tag“ als Begrüßung nicht doch besser wäre …)

  2. Was ich sagen will? Ach, muss man denn immer gleich irgendwas sagen wollen …

    Ich hab mich einfach bloß gefreut, weil da jemand genauso viel Spaß am Vorlesen hatte wie ich.

    Tieck war zu seiner Zeit für seine Vorlesekunst so berühmt, dass er von Prominenz aus ganz Europa in seiner Wohnung am Altmarkt besucht wurde. (Kein Vergleich beabsichtigt.)

  3. aha.

    frage mich gerade, nach welchem der kommas ich den faden verlor?

    es geht also ums vorlesen

    und es muß einen jemand drum bitten?

    wobei ungewünschte manuskripte bei mir nicht brennen sondern frieren

    naja, is eben einer nich wie der nächste