Lesetipp: Lesebühnenkultur in Berlin

Zu einer interessanten Entdeckungsreise nach Berlin aufgebrochen ist der Münchner Literaturveranstalter Ko Bylanzky: Er besucht, vielleicht auf der Suche nach Gästen für seine eigene Lesebühne Westend ist Kiez, Tag für Tag die verschiedensten Berliner Lesebühnen und berichtet darüber im Poetry Blog auf Claudio.de. Lesenswerte Berichte in Text und Bild, die auch kritische Worte nicht scheuen, gibt es über Die Dienstagspropheten, Die Surfpoeten, Die Brauseboys, das Kantinenlesen, die Reformbühne Heim & Welt und LSD – Liebe statt Drogen. Mittlerweile gibt es auch noch ein abschließendes Fazit.

Die Vielfalt der Berliner Szene kann einen schon ein wenig neidisch stimmen. Auf der anderen Seite lassen die Berichte aber auch erkennen, wie schwer es mittlerweile ist, in der Hauptstadt mit neuen Bühnen noch Aufmerksamkeit und Publikum zu erringen. Es steht mithin nicht zu befürchten, dass die Dresdner Lesebühne sax royal es der Brücke nachtut und geschlossen nach Berlin zieht – auch wenn man manchmal nicht übel Lust dazu hätte.

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3 Kommentare

  1. Ich habe mir vergangene Woche LSD in Berlin angeschaut – ein bemerkenswert großartiger Abend. Allerdings war das nur ein kleiner Abstecher in die Hauptstadt – würde ich dort leben, ich hätte bei dem Angebot immer das Gefühl, was zu verpassen.

  2. Die meisten meiner Bekannten in Berlin verwundern sich meist über das Schwärmen der Provinzler – kommen sie doch genauso selten aus ihrem Viertel heraus wie der gemeine Kleinstädter. Letztendlich würde man sich in Berlin sicherlich nicht anders als in Dresden eine Hand voll Lieblingsveranstaltungen und -lokalitäten suchen.

    Mein Neid ging aber weniger von der Zuschauer- als von der Künstlerperspektive aus: Wie viel mehr Auftritts- und Verdienstmöglichkeiten, wie viel mehr Kollegen, Medien und Verlage stünden doch dort zur Verfügung! Sicherlich auch mehr Konkurrenz, zugegeben.

  3. naja? was erlebte ich in 6 jahren berlin: auftreten kann man jeden tag und leute mit mikrophon sieht man auch auf der straße, verdienstmöglichkeiten sind aufgeteilt und verleger traf ich gar keinen, ich glaube die verlegen nur zugereiste süddeutsche, deshalb verlegen die berliner ja auch in sachsen bei einem kompetenten zweimannverlag, haha … aber auftreten und gucken was es alles gibt und davon lernen geht schon sehr gut…

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