Guttenberg und nichts weiter

Nun hat sich also der Freiherr von und zu Guttenberg als der Scharlatan herausgestellt, der er schon immer war. Was folgt daraus? Ganz einfach: nichts. Die ersten Umfragen zeigen ja schon, dass eine Zweidrittelmehrheit der Deutschen ihrem Lieblingspolitiker bereits verziehen hat, noch bevor das ganze Ausmaß seiner Betrügereien ans Licht gekommen ist. Der kleine Mann auf der Straße weiß nicht, was eine Fußnote ist, und interessiert sich auch nicht für Dissertationen. Dass dieser schmierige Blender den Charakter eines Erbschleichers hat, war jedem Menschen mit gesundem Verstand und etwas Menschenkenntnis – also einer kleinen Minderheit der Deutschen – von Anfang an klar. Wer es zuvor noch nicht erkannt hatte, der wird es auch trotz aller Enthüllungen nie erkennen. Seinen Politikerkollegen fällt es nun zwar wie Schuppen von den Augen: Sie haben sich von einem Angeber und ein paar hysterischen Medien übers Ohr hausen lassen. Aber der Scharlatan ist inzwischen schon zu weit aufgestiegen, um ihn noch fallen lassen zu können. Eine ganze politische Klasse würde sich selbst lächerlich machen, gäbe sie nun zu, endlich zu sehen, dass der Kaiser die ganze Zeit über schon nackt war. Also wird alles bleiben, wie es ist. Die Affäre wird vergessen werden wie die anderen zuvor. Guttenberg wird regelmäßig in sein persönliches Dschungelcamp namens Afghanistan reisen, um für Quoten zu sorgen. Und wir haben einen Lügner und Betrüger auf dem Posten des Verteidigungsministers. Wir haben es uns verdient.

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2 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Bittner, dieses Posting ist polemisch, böse, unsachlich und wenig zukunftsweisend!… wollte ich gerade schreiben, aber dieses Posting ist weder böse, noch unsachlich… gut etwas polemisch vielleicht? und in die Zukunft können wir alle nicht blicken… ob die in Brüssel schon ein Zimmer für Gutti lüften und saugen? Und größerer Spiegel rein? Vielleicht sollten wir uns einfach auch erleichtert freuen, daß Betrug doch stellenweise noch unter Betrug firmiert?

  2. Auf Facebook die ein oder andere Statusmeldung (mittlerweile nicht mehr) ‚Befreundeter‘ Wesen verfolgt. Zitat aus Kommentar auf Mitleidsbekundung hinsichtlich Ruecktritt von „KTvuzG“: „Diese ganzen Ratten werden wohl nie Ruhe geben“ Haarstraeubender Naziduktus. Angst gekriegt. Wahllos Leute entfreundet.

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