Ich bin auch beleidigt

Man weiß gar nicht, was einen mehr zum Kotzen bringt: Die beschränkten Islamhasser, die sich in den Kampf gegen einen Untergang des Abendlandes stürzen, der nur in ihrer Fantasie stattfindet? Oder doch die Islamofaschisten, die sich wieder einmal mit Freude beleidigen lassen, um in kalkulierter Wut den Mob gegen die Zivilisation zu mobilisieren? Gemeinsam arbeiten die beiden Erzfeinde daran, jenen Glaubenskrieg zu entfachen, für den sie schon so lange beten.

Wie soll man darauf reagieren? Sicher nicht so, wie es zum Beispiel der zweite Vorsitzende des türkisch-islamischen Kulturzentrums Ditib in Fürth tut:

„Die Religion ist die Passion der Menschen, in die sie sich zurückziehen können.

Dass die Religion das Leid der Menschen ist, finde ich auch. Nur bin ich dafür, dass der Leidensweg der Menscheit aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit herausführt, nicht noch tiefer hinein ins Rückzugsgebiet des Stumpfsinns.

Deshalb verstehe ich die Empörung und Wut der Muslime über so eine Verunglimpfung unseres Glaubens sehr wohl.

Welch eine Herablassung steckt doch hinter dieser erbärmlichen Empörungsversteherei! Ist denn „der“ Muslim an Verstand so schwach, dass er ihn bei jeder „Beleidigung“ aufs Neue verlieren muss? Wer diese inszenierte Empörung für spontanen Volkszorn hält, der schießt sicher auch im Kino auf den Bösewicht auf der Leinwand.

Die Menschen, die das veröffentlicht haben, gehören bestraft. Aber das liegt nicht in unserer Hand, sondern in der des Staates.

Natürlich! Der Staat wird zur vollziehenden Gewalt des Lynchmobs, der das Urteil schon gesprochen und ersatzweise bereits an den nächsten greifbaren Objekten vollzogen hat.

Fest steht, der Tod des US-Botschafters Christopher Stevens im Nahen Osten war keine Lösung …

Schade! Wenn er doch nur eine Lösung gewesen wäre!

… sondern stellt die Menschen, die dafür verantwortlich sind, nur auf dieselbe Stufe mit den Machern des Films.

Mörder stehen auf einer Stufe mit Leuten, die einen miesen Propagandafilm drehen? An den Filmhochschulen der Welt wird das für Irritationen sorgen.

So eine Einstellung ist unvertretbar.

Welche Einstellung denn nun? Die im Film? Oder die im Kopf?

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