Rückblick: Sax Royal am 11. Dezember

Es hatte sich doch wider Willen einige vorweihnachtliche Besinnlichkeit in die letzte Lesebühne des Jahres 2008 eingeschlichen. Knapp 90 Zuschauer beobachteten, wie die fünf Autoren in seltener Harmonie Texte über Glaube, Liebe und Hoffnung präsentierten. Kein schmutziges Wort, kein böser Gedanke und keine liebeleere Geschichte wagte sich diesmal aus den Mündern. Stargast Marcos Pachaly sorgte für die richtige Atmosphäre. Micha erzählte von seinen Erlebnissen im Orient. Max schilderte, wie er mit der herrschenden Polarnacht zurecht kommt. Roman blickte schon einmal auf Sonnabend voraus, wenn in der Galerie Treibhaus noch einmal das Projekt „Fotoepigramme“ vorgestellt wird. Julius und Stefan machten ihre Abwesenheit beim letzten Mal durch eine Zugabe vergessen, in der Stefan sich als Dresdens Rap-Poet Nr. 1 und Julius sich als begnadeter Beat-Boxer in Erinnerung riefen.

Im Anschluss zogen sich die Künstler in eine gemütliche Wohnung in der Dresdner Neustadt zurück, in der sonst Max sein beschauliches Leben führt. Während draußen ein reinigendes Gewitter vorüberzog und es Schnaps und Flüche regnete, fassten wir uns drinnen an den Händen und sangen altägypische Weihnachtslieder. Max holte die vorbereiteten Zimtkekse aus dem Backofen, schenkte alkoholfreien Glühwein ein und zeigte uns seine Sammlung von Plüschnilpferden. Als ich schließlich aufbrach, hatte Puderzucker die Straßen bedeckt, der Halbmond schien friedlich im Süd-Norden und ein Rollmops schwamm in Gesichtshöhe an mir vorbei.

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