Samstag Abend

Die Welt tanzt. Ich lese die Ökonomisch-Philosophischen Manuskripte.

Die Gesellschaft – wie sie für den Nationalökonomen erscheint – ist die bürgerliche Gesellschaft, worin jedes Individuum ein Ganzes von Bedürfnissen ist und es nur für den Anderen, wie der Andre nur für es da ist, insofern sie sich wechselseitig zum Mittel werden.

Seit einem Tag ist die Liebste auf Reisen. Und ich merke schon, dass ich beginne zu verwahrlosen. Gegen zehn setze ich mich vor die Glotze (genauer: Notebook mit TV-Stick). Im RBB läuft eine Sendung zum Geburtstag von Jaecki Schwarz. Worüber könnte man da nicht reden! Über Konrad Wolf, über Brecht, über … interessante Dinge! Stattdessen wird der arme alte Mann von der Moderatorin in den Spreewald geschleift und muss Werbung für den brandenburgischen Tourismus machen. Wenigstens kommt gegen Mitternacht noch Ich war neunzehn. Jetzt pfeife ich schon den ganzen Tag (genauer: seit ich wach bin, also seit zwei Stunden) die Melodie dieses Partisanenliedes.

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