Slam 2008

Liebe Freunde der Live-Literatur,

wir haben gefiebert, wir haben gebangt und endlich ist es wieder so weit: die deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam, ausgetragen in Zürich, suchen einen würdigen Nachfolger für Marc-Uwe (oder auch Makuwe) Kling. Wer das sein wird, entscheidet sich in den kommenden Tagen, die geneigten Leser dieses Blogs werden von uns detailreich und aktuell mit dem heißesten Shit diesbezüglich ausgestattet.Nachdem das livelyrix-Team wie eigentlich immer die lange Autofahrt (ich gab den Steuermann) überlebte, hieß es einchecken, abchillen, rumchatten mit den in Massen ankommenden Kollegen, Freunden und Groupies. Leipzig, vertreten durch André Herrmann und mich, nahm ein Zimmer im etap-Hotel in Beschlag (diese Sonderbehandlung kam wegen der separaten Anmeldung als Team Totale Zerstörung zustande), die Dresdner (Udo Tiffert, Franziska Wilhelm) und die Jenenseriner (Toni Grünheid, Josef Maruan) nahmen Christian Meyer (Muse, Groupie, Gute-Laune-Bär, dünn) mit in die etwas entferntere Herberge denn Abends sollten schon alle außer Udo ihre Vorrunden zu bestreiten haben. Über die genauen Umstände möchte ich schweigen, am Ende des Abends hatten sich vor vollen Häusern alle sehr gut geschlagen, leider konnten nur Julius und André ins Halbfinale einziehen, dies aber teilweise gegen starke Konkurrenz.

Bemerkenswertes:

Der Schweizer Slam ist erstaunlich gut organisiert. Jeder weiß, was er wann wo zu machen hat. Es herrscht trotdem eine sehr lockere, dazu aber durch die Größe des Theaters (Schiffbau) eine nahezu feierliche Stimmung. Ich freue mich sehr auf spannende Vorrunden, Halbfinals und Finals, wir müssen ja auch noch im Team ran heute und mir ist gestern beim Essen ein Stück Zahn abgebrochen (das passiert in letzter Zeit häufiger, wie ich hörte, hatte auch Starorganist Marcos Pachaly damit zu kämpfen).

Mein Lieblingsbayer, Bumillo (nächste Woche bei Literatur Jetzt!) war in meiner Runde als erster dran und hat trotz sehr starker Performance sehr schlechte Benotungen bekommen. Wenn es etwas gibt, was ich am Jurysystem nicht mag, dann ist es genau diese Willkürlichkeit, der man ausgesetzt ist. Ich kondoliere dem lieben Bumillo und auch allen anderen herausgefallenen Slammern recht intensiv.

Und nur weil immer alle sagen, die lustigen Texte gewännen: Ich bin selbst Zeuge, dass Jan Koch gestern wieder einmal durch unglaubliche Authentizität und qualitativ hochwertige Poesie Erster wurde. Es gibt also Hoffnung für jene, die vorschnell urteilen und das Komische verbannen wollen, es gibt Hoffnung.

Beteilige dich an der Unterhaltung

2 Kommentare

  1. hinzugefügt muss werden, dass julius die sächsischen teilnehmer sicher nach Züri gebracht hat, auch in sachen reiseproviant umsichtig-kompetent umsichtig agierte, danke!

  2. Die offizielle Homepage (www.slam2008.ch) führt Dich aber als ersten der Gruppe. Wahrscheinlich die besseren Streichwerte.

    Herzlichen Glückwunsch!

    In welchem Halbfinale bist Du denn? Da bin ich dann auch dabei, um mich in die Juri zu mogeln.