Zitat des Monats September

Mein Zitat dieses Monats entdecke ich eben in den unveröffentlichten Entwürfen des Schriftstellers, Übersetzers und Historikers Wilhelm Heinse, einem der wenigen deutschen Sensualisten der späten Aufklärung. Sein Roman Ardinghello und die glückseligen Inseln aus dem Jahre 1787 (sic!) feiert in provokanter Weise das Leben, die Liebe und die Lust – trotzdem hat die folgende Weisheit aus nahe liegenden Gründen damals den Weg an die Öffentlichkeit noch nicht finden können:

„Der Schwanz ist weiter nichts als eine andre Zunge unten am Bauche, und wenn er ein zart Gefühl hat, so schmeckt er die Verschiedenheit der Fotzen wie jene der Weine. Und warum soll er mit guten Freunden nicht in Gemeinschaft essen und trinken? An einer guten jungen Fotze können sich Dutzend Schwänze in einem Abend satt kosten und satt lecken.“

Guten Appetit!

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8 Kommentare

  1. Ich grübelte in letzter Zeit recht häufig über die poetische Verwendung des Wortes Fotze und bin entzückt, solch edles Werk schon vollzogen zu finden. Möge Heinse friedlich schlummern, schlemmen und schlürfen!
    Dieser Perverse!

  2. …nach 2 stunden radfahren durch wald und feld, kranichüberufender teichlandschaft, kehrte ich heim und bereitete mir zwei leberwurststullen zu, die waren, um es sofort und ohne umschweife, ohne flasche schüchternheit einzugestehen, sehr gut! plötzlich dachte ich: schau ich doch ma was micha so macht, öffnete die weite welt von saxroyal, las, dachte, das gelesene mit meinen leberwurststullen vergleichend: auch nicht übel!
    erinnert mich an lyrik von john donne, ähnlich pädagogisch wertvoll, nur daß donne vom unteren mund spricht, den man nicht vergessen sollte. (weiß auch nicht ob er ein dutzend favorisiert?)
    erwog auch noch ob dieses zitat nicht im dunklen dunklen november hilfreicher wäre oder danach fürs verlogene weihnachten… sofort fiel mir ein, daß micha dafür schon bestimmt was ähnlich lebendiges auf tasche hat, danke im voraus…

  3. Der Mann spricht mir aus der Seele … und der is tot, sagst du? Schade …

    Man kannte um 1787 schon das Wort „Fotze“?? Wie kommt es dann, dass es in jeder 5ten Klasse einen gibt, der das Wort „Fotze“ erfindet?

    Und was heißt (sic!). Ja, was heißtn das?

    danköööö

  4. Lieber (De-?)Florinator,

    „sic!“ heißt im Lateinischen „So!“. Man setzt diesen Ausdruck hinter Stellen, die so außergewöhnlich oder bemerkenswert sind, dass man darüber stolpern könnte oder vielleicht meint, sie beruhten auf einem Schreibfehler.

  5. … ja, verklemmtes drumherumgerede schmerzt, ficken klingt immer noch besser als „sich erkennen“, dennoch mag ich dieses wahlweise mit f oder v geschriebene wort ebenfalls nicht, gar nicht im grunde…(frage mich auch weshalb sich jemand florinator nennt, naja, vielleicht fährt er bezahlte blumensträuße breit, das wär doch schön…?
    vielleicht hilft nur der alte marketingspruch, leicht korrigiert: Tue gutes, und red nicht immer drüber.

  6. Aber verschönt hat er das schon der Heinse, vonwegen „nichts anderes als Zunge unten am Bauche“, mit der kann ich nämlich nicht auf´s Klo gehen. Ich bin schon froh, dass dieser Lappen in meinem Mund frei von Harndrang ist.
    Aber schön zu wissen, dass es schon immer solchen Hundskram gab…